| 19.05.04: Ingenieurkammer bringt über 100 Brücken nach Mainz - Erstmals Modell der hölzernen römischen Rheinbrücke in einer Ausstellung
Brückenbau gilt als die „Königsdisziplin der Ingenieurkunst“, denn Brücken sind technisch anspruchsvolle Bauwerke, ausgeführt in unterschiedlichen Materialien und Bauweisen, die die Mobilität fördern und oft auch als ästhetischer Anblick und Sehenswürdigkeit empfunden werden. In der Ausstellung „STRASSENBRÜCKEN – Ingenieur Bau Kunst in Deutschland“ zeigt die Ingenieurkammer Rheinland Pfalz noch bis zum 3. Juni über 100 ausgewählte Brücken aus ganz Deutschland (werktags von 10 – 18 Uhr im Foyer der Westdeutschen ImmobilienBank in der Großen Bleiche 46). Deutlich wird dabei, dass Brücken oft beeindruckende technische Lösungen für die Überwindung kleiner Hindernisse oder großer Spannweiten darstellen. Unter den vorgestellten Beispielen sind Besonderheiten, wie die Kochertalbrücke bei Geislingen (mit 185 Metern Höhe lange Zeit die höchste Brücke Europas), aber auch historische Bauten wie die Römerbrücke bei Cochem, die Nibelungenbrücke bei Worms oder die mit Fachwerkhäusern bebaute Krämerbrücke in Erfurt. Eröffnungsbild und Plakatmotiv ist die nahe Bittburg für die Eifelautobahn A60 gebaute Kylltalbrücke. Zum jeweiligen Bauwerk gibt es Fotos, Pläne und Zeichnungen mit erläuterndem Begleittext und Fakten.
Ergänzt wird die bundesweit gezeigte Wanderausstellung durch die regionale Sonderschau „Brücken in/aus Rheinland-Pfalz“ mit 21 Brücken von hiesigen Ingenieuren. Ein besonderer regionaler Bezug wird hergestellt durch das erstmals in einer Ausstellung präsentierte, mehrere Meter lange Modell der Mainzer Rheinbrücke in der Römerzeit. Landesarchäologe Dr. Gerd Rupprecht hat es für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Neben dem Anschauungsmaterial vermitteln Ingenieure begleitend zur Ausstellung an Vortragsabenden (dienstags und donnerstags, jeweils 18 Uhr) Interessantes und Wissenswertes zum Thema Brückenbau.
Am Dienstag, 1. Juni referiert der Brückenfachmann Dr. Mike Schlaich (Sohn des bekannten Planers u.a. des Olympia-Zeltdaches in München) und der Dezernent im hessischen Straßenverkehrsamt, Eberhard Pelke über die geplante „Brücke über den Neckar in Bad Cannstatt“ und über das bauhistorische Thema „Entwicklungslinien der Balkenbrücken“. Am Mittwoch, 3. Juni endet die Ausstellung mit Vorträgen von Baudirektor Bernd Winkler vom Landesbetrieb Straßen und Verkehr Rheinland-Pfalz über das umfangreiche Verfahren beim „Bau einer Brücke von der Planung bis zur Fertigstellung“ und Informationen zu „Gestaltung, Konstruktion und Ausführung von Großbrücken“, zu denen Gundolf Denzer, Prokurist und Bereichsleiter Projektkoordinierung bei der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und –baugesellschaft (Berlin) gewonnen werden konnte.
Als Abschluss der Ausstellung bieten die Veranstalter am Freitag, 4. Juni eine Exkursion zur Moseltalbrücke Winningen mit einer Besichtigung des Brückeninneren an. Hierfür ist eine vorherige Anmeldung bei der Ingenieurkammer (Fax 06131 / 95 986-33) erforderlich; für die Busfahrt wird ein Kostenbeitrag von 5 EURO erhoben.
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