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Copyright © 2003
Inhalte: Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz,
Konzept + Realisierung:
INFOGRAPH - Gerd Bender
Alle Rechte vorbehalten.

Stege, Brücken und „gebaute Visionen“: Ausstellung zu Brückenbaukunst ab 30. September in der Uni Kaiserslautern
Brücken sind ein selbstverständlicher Teil unserer modernen Infrastruktur. Doch kaum jemand fragt sich, wer denn den „Brückenschlag“ über Täler und Gewässer, über Straßen und Eisenbahnschienen vollbracht hat, der doch unseren mobilen Alltag erleichtert. Die Ausstellung „STRASSENBRÜCKEN – Ingenieur Bau Kunst in Deutschland“ zeigt es ab dem 30. September im Audimax-Foyer der Universität Kaiserslautern: Zu sehen sind über 120 Brückenbauwerke aus ganz Deutschland und in einer Sonderschau 18 Brücken von zehn Beratenden Ingenieuren aus Rheinland-Pfalz. Sie dokumentieren das kreative Potenzial der Brückenbau-Ingenieure in unserem Lande.

Über 100.000 Besucher kann die vom Bundesverkehrsministerium und der Bundesingenieurkammer initiierte Wanderausstellung seit Juli 2002 in bisher neun Bundesländern verbuchen. Am 29. September eröffnen der rheinland-pfälzischen Verkehrsministers Hans-Artur Bauckhage, der Ministerialrates im Bundesverkehrsministerium Andreas Krüger sowie der Kaiserslauterer Oberbürgermeisters Bernhard Deubig und Universitätspräsident Professor Helmut Schmidt gemeinsam mit Ingenieurkammerpräsident Dr.-Ing. Hubert Verheyen die Leistungsschau am ersten rheinland-pfälzischen Ausstellungsort Kaiserslautern.

Die Ausstellung in ihrer vielfältigen Darstellung von Holzstegen und bewohnten Brücken, von steinernen Zeugnissen römischer Pionierleistungen bis hin zu modernsten Bogen- und Schrägseilbrücken, zu „gebauten Visionen“, bildet einen anschaulichen ‚Brückenschlag’ von der Antike bis heute. Gerade jungen Menschen und Technikinteressierten, aber auch den alltäglichen Nutzern von Brücken jeder Art, möchten die Veranstalter die verschiedenen Brückentypen wie auch die Entstehungsarbeit dieser hochkomplexen und zugleich ästhetischen Bauwerke und die Leistung, die dahinter steht, näher bringen, so der Ingenieurkammerpräsident zur Konzeption. Die Brückenausstellung sei zudem ein Beitrag zur „Initiative Baukultur“ in Rheinland-Pfalz, einem von der Landesregierung angeregten Netzwerk der am Bau und am Erhalt von Bauwerken beteiligten Berufssparten.

Zu sehen sind in der Ausstellung auch Planzeichnungen und Modelle zu Bauvorhaben, etwa für die neue Nibelungenbrücke bei Worms oder die „Ertüchtigung“ der Kettenbrücke über die Lahn bei Nassau. Darstellungen zu Bau- und Prüfverfahren für Brücken sowie zur Arbeit der rheinland-pfälzischen Veranstalter, dem Landesbetrieb Straßen und Verkehr Rheinland-Pfalz (LSV) und der Ingenieurkammer des Landes, runden die Informationsschau ab.

Für Ingenieurkammerpräsident Verheyen gehört zum Thema Brückenbau und Ingenieurleistungen aber noch ein weiterer Aspekt: „Brücken bauen muss auch die Politik zu uns“, fordert er und verweist auf die unterschiedlichen Landesbauordnungen, die die Berufsausübung erschweren.

Auch die von Bundeswirtschaftsminister Clement entfachte Diskussion um die Abschaffung der Gebührenordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) sei wenig hilfreich, so Verheyen, der noch ein weiteres Manko nennt: „Um unseren Beitrag zu Sicherheit, Wohlstand, Mobilität und Innovation auch weiterhin leisten zu können, brauchen wir ein bundeseinheitliches Berufsausübungsrecht, wie es für alle anderen Freien Berufen üblich ist.“ Erst hierdurch würden Rechte und Pflichten der Ingenieure als „Qualitätsmanager“ und Verbraucherschützer geregelt und Standards für die Berufsausübung vereinheitlicht. „Wir sorgen überall für Mobilität“, so Verheyen, „aber die brauchen auch die Ingenieure der Zukunft!“

Ergänzend zur Ausstellung gibt es eine Vortragsreihe: Jeweils um 18 Uhr beginnen die Vorträge, die auch für Laien interessant, die Arbeit des Brückenbaus – auch an Beispielen aus früheren Jahrhunderten – darstellen. Die Vortragsreihe beginnt am ersten Ausstellungstag (30. September) mit Georg Küffner, Technik-Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), und seinem Thema „Grenzen des Großbrückenbaus – Welche Spannweiten sind realisierbar?“ Küffner beobachtet seit mehr als 15 Jahren die Fortschritte im Brückenbau und hat dabei interessante Erkenntnisse gesammelt.

Die Wanderausstellung ist bis zum 9. Oktober in Kaiserslautern und vom 18. Oktober bis zum 5. November in Bingen (Kulturzentrum Villa Sachsen) zu sehen. Auch hier, wo seit einem Jahr über den Bau einer Rheinüberquerung zwischen Bingen und Rüdesheim diskutiert wird, bieten Vorträge, insbesondere die Möglichkeiten und verschiedenen Formen im Flussbrückenbau, Einblicke in die Königsdisziplin der Ingenieurleistungen.
Zum Abschluss der Ausstellung steht am 7. November eine Fahrt zur Moseltalbrücke (A61) bei Winningen auf dem Programm, bei der das Innere des eindrucksvollen, 935 m langen und 136 m hohen Bauwerkes besichtigt werden kann.

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