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26.02.2010
Nur eine Bauüberwachung durch unabhängige Ingenieure sorgt für Sicherheit am Bau
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Mainz. Die Vorkommnisse beim U-Bahn-Bau in Köln sind ungeheuerlich. Einzelne Personen haben auf kriminelle Art und Weise, so der derzeitige Ermittlungsstand der Staatsanwaltschaft, die Bauwerkssicherheit sabotiert und damit Leib und Leben der Bevölkerung gefährdet. Dies geschah einzig, um sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen. Der Schaden, der dadurch entstanden ist, lässt sich derzeit noch nicht genau beziffern. Der Präsident der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz, Dr.-Ing. Hubert Verheyen, sieht eindeutige Gründe für diesen Baupfusch: „In Köln war keine unabhängige Bauüberwachung tätig.“ Eine solche hätte die Unregelmäßigkeiten entdeckt und die kriminellen Aktivitäten unterbunden. „Dass eine Baufirma sich selbst überwacht, kann nicht funktionieren – so etwas funktioniert in keiner Branche“, so der Kammerpräsident.
Leider, so Dr.-Ing. Verheyen weiter, müsse nun die Zeche gezahlt werden für die schlimme Tendenz, bei allem immer nur das Billigste haben zu wollen: billige Planung, billige Bauausführung durch schlecht qualifizierte Hilfskräfte, keine Kontrolle. Nachvollziehbar sei, dass der Staat sich aus Bereichen zurückziehe, in denen die freie Wirtschaft die Leistungen besser und effektiver erbringen kann. „Deregulierung bedeutet aber nicht, dass keine Regeln mehr gelten dürfen und die Sicherheit dabei auf der Strecke bleibt“, sagte der Kammerpräsident.
Die Ingenieure des Bauwesens sind in der Lage und willens, auf der Grundlage ihrer Erfahrung und ihrer Fachkompetenz die Verantwortung für die Sicherheit von Bauwerken zu übernehmen. Allerdings müssen sie hierfür auch beauftragt und in den Planungs-, den Bau- und den Bauüberwachungsprozess konsequent und kontinuierlich eingebunden werden. Geschieht dies nicht, dann kann es zu Ereignissen wie in Köln kommen – mit den bekannten dramatischen Folgen. Gut beraten sind deshalb Bauherren, die qualifizierte im Bauwesen tätige unabhängige Beratende Ingenieure und Freie Architekten mit der Bauüberwachung betrauen. Denn nur diese kennen die Besonderheiten verschiedener Konstruktionsarten, nur sie wissen, worauf beim Bauprozess besonders geachtet werden muss und nur sie sind bezüglich neuer Baustoffe und Bauverfahren fachlich versiert.
Erschreckend ist, dass laut einer Studie aus dem Jahr 2008 an deutschen Wohngebäuden Baumängel in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro – bei Neubauten, wohlgemerkt! – entstanden sein sollen.
Letztlich, das muss man deutlich sagen, ist dies eine Folge der Tatsache, dass immer weniger Bauherren bereit sind, mit unabhängigen Beratenden Ingenieuren und Freien Architekten zusammen zu arbeiten. Denn diese sind in der Lage, Fehler, die bei der Bauausführung auftreten, rechtzeitig zu erkennen und Maßnahmen zu deren Behebung einzuleiten – sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bau. Welche Qualität hingegen eine Bau“überwachung“ hat, die durch die ausführende Firma selbst erfolgt, muss man nun schmerzlich beim Kölner U-Bahn-Bau feststellen.
Pressemeldung herunterladen: 25.02.2010 "Pfusch am Bau" |
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